Potenzmittel im Vergleich

23 Oktober 2017 um 10:06


Viagra im Vergleich

Viagra im Vergleich

Viagra im Vergleich: Sildenafil und andere PDE-5-Hemmer in der Behandlung der erektilen Dysfunktion

Die moderne Definition der erektilen Dysfunktion (ED) ist wie folgt: die ED ist eine lang anhaltende Unfähigkeit, eine Erektion zu erreichen und/oder aufrechtzuerhalten, die zu einem erfolgreichen Geschlechtsverkehr geeignet ist. Obwohl die Erkrankung das Leben des Betroffenen nicht bedroht, stellt sie ein aufreibendes körperliches und seelisches Problem dar. Zurzeit wurde auch die Wechselbeziehung zwischen der Qualität des Geschlechtslebens, der allgemeinen Gesundheit und der Lebensdauer festgestellt. Laut den Untersuchungen je höher die Häufigkeit der Geschlechtsakte ist, desto niedriger ist das Todesrisiko. Es wurde festgestellt, dass die Lebensdauer in der Untergruppe, wo man 2 Geschlechtsakte pro Woche hatte, praktisch um zwei Jahre länger der durchschnittlichen Lebensdauer der Männer war.

Nach den Angaben der Massachusetts Studie leiden 52 Prozent der Männer im Alter von 40 - 69 an einer ED, wobei 5–15% von ihnen eine schwere Form, und 25% eine mäßige Form haben. Diese Untersuchung hat schlüssig zum Ausdruck gebracht, dass die Auftrittshäufigkeit der ED mit Alter (von 39% mit 40 Jahren bis 67% mit 70 Jahren) ansteigt, ihr Grad der Ausgeprägtheit schlimmer wird.

In den letzten 20 Jahren haben die Fachleute ihre Auffassungen auf die Ätiologie der ED grundlegend überdenkt. Bei 80% der Betroffenen sind Erektionsstörungen von organischen Gründen, die zu Blutkreislaufstörungen und der Schwellkörperinnervation vom Penis führen, und nicht von psychischen verursacht, als bisher angenommen. Zu den grundlegenden bekannten Risikofaktoren der ED zählen:

  • Systemerkrankungen: kardiovaskuläre Störungen (hierunter die Arteriosklerose), die Nierenfunktionseinschränkung, das Leberversagen;
  • neurologische Erkrankungen: das Morbus Alzheimer, Multiple Sklerose;
  • Krankheiten des Penis: die Peyronie-Krankheit;
  • Psychische Krankheiten: Depremenz;
  • Endokrinkrankheiten: Zuckerkrankheit, Hyperthyreose, Hypothyreose, Hypogenitalismus, Hyperprolaktinämie;
  • Traumata (Rückenmarksverletzungen), chirurgische Interventionen, die Bestrahlungstherapie des Beckens;
  • Alkoholkonsum, Rauchen;
  • Der Einsatz der Präparate: Blutdrucktabletten, Thymoleptika, Hormone, Beruhigungsmittel.

Gleichzeitig zur Erkenntnis der organischen Natur der überwältigenden Mehrheit von Fällen der ED passierte die Umwälzung in der medikamentösen Therapie der Betroffenen. Seit 1998 wurde der erste Inhibitor der Phosphodiesterase 5 Sildenafil Citrat unter dem Markennamen Viagra eingesetzt. Sildenafil ist zum ersten tablettenförmigen Erstrangmedikament der neuen Klasse gegen Potenzprobleme geworden. Dieses hocheffektive Heilmittel hat weitgehend zum Übergang vom Begriff Impotenz, der die Frustrierung in Erinnerung bringt, zum Begriff erektile Dysfunktion beigetragen, der die Möglichkeit der Wiederherstellung der Erektionsfähigkeit impliziert.

Nun stehen zumindest 5 PDE-5-Hemmer zur ED-Behandlung zur Verfügung: Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil, Udenafil und Avanafil. Diese Heilstoffe unterscheiden sich durch ihre pharmakokinetischen Beschaffenheiten, wobei ihr klinischer Nutzeffekt, die Sicherheit im Großen und Ganzen verwandt sind.

Klinische Untersuchungen der Inhibitoren der PDE-5

Sildenafil Citrat gilt als das meist erforschte und altbewährte von allen obenangeführten Mitteln. Nach dem Stand vom April 2012 wurden 348 Untersuchungen von Sildenafil, 103 von Tadalafil, 77 von Vardenafil, 18 von Udenafil und 17 von Avanafil registriert. Im Laufe von 15 Jahren wurden über 40 Mio. Betroffene mit Sildenafil behandelt. Der Wirkungsgrad und die Unbedenklichkeit des Aktivstoffs wurden im Rahmen der großen Multizenterstudie in der allgemeinen Anzahl der Betroffenen mit der ED und bei den Betroffenen mit der ED und der arteriellen Hypertension, der Koronarischämie, der Zuckerkrankheit, der Hyperlipidämie, der Depremenz, der multiplen Sklerose, Rückenmarksverletzungen, nach der Prostatektomie, bei der Blutdialyse festgesetzt. Bei der gleichgearteten klinischen Effizienz hat Viagra und vergleichbare Produkte bestimmte pharmakodynamische und pharmakokinetische Unterschiede.

Viagra Vergleich Cialis Levitra: Bioverfügbarkeit

Wie es ersichtlich aus der Tabelle 1 ist, besitzt Sildenafil eine höhere Bioverfügbarkeit als Vardenafil. Im Untersuchungsbefund werden die Angaben über die Bioverfügbarkeit von Tadalafil und Udenafil nicht dargestellt. Je niedriger die Bioverfügbarkeit ist, desto höher die Variabilität des Plasmaspiegels des Heilmittels und höher ist die Wahrscheinlichkeit der Interaktion mit anderen Medikamenten. Bei dem Gebrauch von den Hemmern der PDE-5 soll man auch die Besonderheiten ihrer Pharmakokinetik in Verbindung mit dem Verzehr von fettreichen Speisen in Rechnung ziehen. Nach den vorliegenden Angaben bleibt nur die Pharmakokinetik von Udenafil dabei unverändert.

Tabelle 1. Die Pharmakodynamik und die Pharmakokinetik der PDE-5-Hemmer im Vergleich

Kenndaten Sildenafil Tadalafil Vardenafil Udenafil
Bioverfügbarkeit 40% unbekannt 15% unbekannt
Zeit bis zum Erreichen der max. Konzentration im Blutplasma 60 Min. 120 Min. 60 Min. 60 Min.
Einnahme mit fettreichen Nahrungsmitteln Tmax erhöht sich um 60 Min. Die Höchstkonzentration sinkt um 29% Wurde im Beipackzettel nicht erwähnt Tmax erhöht sich um 60 Min. Die Höchstkonzentration sinkt um 18-50% Fettreiche Nahrungsmittel beeinflussen die Pharmakokinetik nicht
Halbwertszeit 3 – 5 Std. 17,5 Std. 4 – 5 Std. 12 Std.
Selektivität PDE-5 (Penis) 1:1
PDE-6 (Retina) 1:10
PDE-11 (Herz, Hypophyse, Gonaden) 1:780
PDE-5 (Penis) 1:1
PDE-6 (Retina) 1:193
PDE-11 (Herz, Hypophyse, Gonaden) 1:5
PDE-5 (Penis) 1:1
PDE-6 (Retina) 1:4
PDE-11 (Herz, Hypophyse, Gonaden) 1:1160
PDE-5 (Penis) 1:1
PDE-6 (Retina) 1:700
PDE-11 (Herz, Hypophyse, Gonaden) - inhibiert nicht
Wirkzeit 4 Std. 36 Std. 8 – 12 Std. 24 Std.

Viagra Vergleich Cialis Levitra: Selektivität bezüglich der verschiedenen PDE

Hinsichtlich der Sicherheit ist die selektive Wirkung dieser Präparate auf verschiedene Typen der PDE sehr wichtig. Die geringste Selektivität zu der PDE-11 von Sildenafil und Vardenafil bedingt ihre höhere Unbedenklichkeit in Bezug auf das Herz, die Hypophyse und die Gonaden. Die niedrige Selektivität von Tadalafil und Udenafil zur PDE-6 verursacht geringe unerwünschte Effekte auf die Augennetzhaut.

Viagra Vergleich Cialis Levitra: Wirkungsdauer

Die Wirkungsdauer der erwähnten Potenzmittel ohne Rezept ist auch unterschiedlich. Bei der Verschreibung der PDE-5-hemmenden Substanzen ist es sinnvoll, diesen Faktor, die Bedürfnisse und die Sicherheit des Betroffenen zu bedenken. Die Dauer der Nebenwirkungen hängt direkt von der Wirkungsdauer des Präparates ab. Infolge einer Befragung, die 2010 unter den Betroffenen mit Erektionsstörungen durchgeführt wurde, wurden beachtenswerte Angaben erhalten. 97 Prozent der Männer beginnen den Intimkontakt schneller als in 4 Std. nach dem Einsatz. Solche Wirkungsdauer des Präparates ist optimal für die große Mehrheit der Patienten. Im Falle der Nebeneffekte ist ihre Dauer nach dem Benutzen von Sildenafil am kürzesten (im Durchschnitt 3,9 Std.), von Vardenafil ein wenig länger (im Durchschnitt 7,7 Std.), von Tadalafil am längsten (im Durchschnitt 14,9 Std.).

Viagra im Vergleich: Nebenwirkungen

Das Profil der unerwünschten Arzneimittelwirkungen der PDE-5-Hemmer widerspiegelt weitgehend die Besonderheiten ihrer Selektivität zu verschiedenen Typen der Phosphodiesterase (Tabelle 2).

Die Dauer der eventuellen Nebeneffekte und ihr Profil sollen auch bei der individuellen Auswahl der PDE-5-Hemmer bei den Betroffenen in Erwägung gezogen werden.

Tabelle 2. Nebenwirkungen bei der Einnahme der PDE-5-Hemmer (%)

Nebenwirkungen Sildenafil Tadalafil Vardenafil Udenafil
Rückenschmerzen 0 6,5 0 keine Angaben
Myalgie 0 5,7 0 0
Brustschmerzen 0 0 0 5,4
Roten Augen 0 0 0 7,1
Nasenverstopfung 1,1 4,3 10 7,1
Schwindel 1,2 2,3 2 keine Angaben
Sehstörungen 1,9 0 < 2 0
Dyspepsie 4,6 12,3 4 keine Angaben
Hitzewallungen 10,4 4,1 12 23,2
Kopfschmerzen 12,8 14,5 16 8,9

Viagra im Vergleich: Ausgeprägtheit der Wirkung

Die Ausgeprägtheit der Wirkung ist für jedes Medikament und auch für die PDE-5-Hemmer ihre Schlüsselkennziffer. Mit der Markteinführung von Sildenafil wurden einige Fragebogen eingeführt: der internationale Index der erektilen Funktion (IIEF), die Härteskala der Erektion und andere. Das lässt die Effektivität der Therapie der Betroffenen genau abschätzen. 2007 empfahl der internationale Expertenrat für die ED die Härteskala als eine der grundsätzlichen Methoden der Einschätzung der Effektivität der ED-Therapie neben IIEF (Tabelle 3) zum Einsatz.

Tabelle 3. Die Härteskala der Erektion

Der erste Grad Der zweite Grad Der dritte Grad Der vierte Grad
Der Penis wird groß, aber er ist nicht hart genug Der Penis wird hart, aber er ist zur Penetration nicht hart genug Der Penis wird hart genug zur Penetration, aber er ist noch nicht völlig hart Der Penis wird völlig hart und rigid

Die Härteskala der Erektion wurde eingeführt, weil die Direktverbindung zwischen der Zufriedenheit mit dem Sex und der Erektionshärte im Laufe der Forschungen bewiesen wurde. Der maximale Härtegrad trat bei 89% der Männer auf, die mit dem Sex komplett zufrieden waren. Nach Angaben der Umfrage der Betroffenen stellt die Gewährleistung der höchsten Härte des Penis die wichtigste Beschaffenheit des Medikamentes zur ED-Behandlung dar.

Im Rahmen der Studien wurde der Wirkungsgrad der Therapie unter Benutzung der Härteskala vornehmlich betreffs Sildenafil eingeschätzt. Die Wirkung von Viagra (Sildenafil) garantiert den vierten Grad der Erektionshärte bei mehr als der Hälfte der Männer ohne Rücksicht auf das Ausgangsniveau der ED. Im Laufe der Therapie mit Sildenafil wurde der vierte Härtegrad beim ersten Grad bei 53,1%, beim zweiten Grad bei 48,6%, beim dritten Grad bei 61,4 Prozent der Betroffenen erreicht.

Nach Angaben des Fragebogens IIEF steigerte sich die Fähigkeit zur Penetration nach der Sildenafil Anwendung in Dosis 100 mg im Vergleich zum Placebo um zwanzigfach, nach der Levitra Einnahme in Dosis 20 mg um 7,5-fach, von Tadalafil um 1,4-fach. Im Laufe der anderen Untersuchung hatten 81 Prozent der Patienten, die Sildenafil einsetzten, zumindest einen erfolgreichen Intimkontakt, wobei der Anteil der erfolgreichen Geschlechtsakte bei diesen Patienten 80% betrug. Die Analyse der klinischen Studien bei Männern mit Erektionsstörungen hat festgelegt, dass Sildenafil die Penishärte wirksam anhebt, die Selbstgewissheit und die Selbstbeurteilung der Männer beträchtlich heraufsetzt, die den Bezugspunkt in der Therapie von diesen Patienten darstellen.

Viagra im Vergleich: Zusammenfassung

Laut den amerikanischen und europäischen Empfehlungen sind die PDE-5-Hemmer (Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil) die Mittel der Primärtherapie in der Therapie von Erektionsstörungen. Sildenafil Citrat ist heute wirklich umfassend erforscht: innerhalb von 15 Jahren hat es einen hohen Wirkungsgrad (bis 80%) und die Unbedenklichkeit bei verschiedenen Gruppen der Betroffenen mit Erektionsstörungen gezeigt. Nach diesen Kenndaten sind andere PDE-5-Hemmer mit Sildenafil vergleichbar. Die Unterschiede zwischen ihnen können als Kriterien zur Auswahl des Potenzmedikamentes dienen.

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Paul Neumann

Paul lebt in Reutlingen. Sein Medizinstudium hat er in Berlin abgeschlossen. In seiner Freizeit bloggt er zu gesundheitlichen, sozialen und politischen Themen. Seit einem Jahr schreibt er auch für unsere Online-Apotheke. Paul engagiert sich sozial und verbreitet Aufklärungsmaterialien für Kinder und Jugendliche. Paul ist einer unserer Experten in den Medizinbereichen erektile Dysfunktion, kardiovaskuläre Erkrankungen und Raucherentwöhnung. In den medizinischen Foren erteilt er fachkundige Tipps und Tricks. Momentan arbeitet Paul in einem Krankenhaus in Reutlingen.

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