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Für Männer

Viagra Gebrauchsinformation

Viagra Packungsbeilage deutsch
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Information zur Anwendung des rezeptpflichtigen Präparates

Viagra®

Zusammensetzung

Wirkstoff: Eine Tablette enthält 70,225 mg Sildenafil Citrat. Das ist 50 mg Sildenafil äquivalent. Eine Tablette enthält 140,450 mg Sildenafil Citrat. Das ist 100 mg Sildenafil äquivalent.

Hilfsstoffe: Mikrokristalline Cellulose, Calciumhydrogenphosphat, Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat, Hypromellose, Titandioxid, Triacetin, Indigocarmin-Aluminiumsalz. 

Darreichungsform

Filmtabletten.

Anwendungsgebiete

Behandlung von Männern mit einer erektilen Dysfunktion. Sildenafil. ATC-Code G04B E03.

Klinische Angaben

Indikation

Behandlung der erektilen Dysfunktion (Erektionsstörungen). Das ist die Unfähigkeit, eine für einen befriedigenden Geschlechtsakt ausreichende Erektion zu erreichen und sie aufrechtzuerhalten. Viagra Original kann nur wirken, wenn eine sexuelle Stimulation vorliegt. Viagra Preis in der Apotheke im Vergleich mit den Preisen von vielen Generika finden Sie unter dem Link.

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen die Wirksubstanz oder einen der sonstigen Bestandteile. Entsprechend der Wirkung auf Stickstoffmonoxid-cGMP-Stoffwechsel kann Sildenafil den blutdrucksenkenden Effekt der Nitrate verstärken. Deshalb ist eine gleichzeitige Anwendung mit NO-Donatoren, organischen Nitraten und organischen Nitriten kontraindiziert.

Bei schweren Herzkreislauf-Erkrankungen (instabile Stenokardie, Herzinsuffizienz) bedeutet die sexuelle Aktivität eine sehr große Beanspruchung. Es wird von der sexuellen Aktivität abgeraten.

Bei Patienten, die aufgrund einer nicht-arteriitischen anterioren ischämischen Optikusneuropathie ihre Sehkraft auf einem Auge verloren haben, ist Sildenafil kontraindiziert, unabhängig davon, ob der Sehverlust mit einer vorherigen Einnahme eines PDE5-Hemmers in Zusammenhang stand oder nicht.

Bei folgenden Patienten wurde die Sicherheit von Sildenafil nicht untersucht, daher ist die Anwendung kontraindiziert: schwere Leberinsuffizienz, Hypotonie (Blutdruck < 90/50 mmHg), Patienten mit kürzlich erlittenem Schlaganfall oder Herzinfarkt sowie mit bekannter erblich bedingter degenerativer Retinaerkrankung wie beispielsweise Retinitis pigmentosa (eine Minderheit dieser Patienten hat eine genetisch bedingte Störung der retinalen Phosphodiesterasen).

Art der Anwendung und Dosierung

Die Tabletten werden oral eingenommen. Sildenafil kann nur wirken, wenn der Anwender sexuell erregt ist.

Anwendung bei Erwachsenen. Die empfohlene Dosis für Erwachsene beträgt 50mg. Sie wird ca. 1 Stunde vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen. Entsprechend der Wirksamkeit und Verträglichkeit kann die Dosis auf 100 mg erhöht oder auf 25 mg verringert werden. Die empfohlene Maximaldosis beträgt 100 mg. Die Einnahme darf nicht häufiger als einmal täglich erfolgen. Wenn Viagra zusammen mit Mahlzeiten eingenommen wird, kann der Wirkungseintritt im Vergleich zur Nüchterneinnahme verzögert sein.

Anwendung bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Die Dosierungsempfehlungen unter „Anwendung bei Erwachsenen“ gelten auch für Patienten mit leichter bis mäßiger Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance = 30 bis 80 ml/min). Da bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) die Sildenafil-Clearance vermindert ist, sollte das Präparat in Dosierung 25 mg angewendet werden. 

Anwendung bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen

Da bei Patienten mit Leberinsuffizienz (zum Beispiel Leberzirrhose) die Sildenafil-Clearance vermindert ist, sollte die Behandlung mit der Dosierung 25 mg begonnen werden. 

Anwendung bei Patienten, die andere Medikamente anwenden

Für Patienten, die mit Retonavir behandelt werden, beträgt die Maximaldosis 25 mg innerhalb von 48 Stunden. Bei der erstmaligen Anwendung bei Patienten, die eine begleitende Behandlung mit CYP3A4-Hemmstoffen (z. B. Erythromycin, Ketoconazol, Itrakonazol, Saquinavir) erhalten, soll eine Dosierung von 25 mg erwogen werden.

Um die Möglichkeit einer orthostatischen Hypotonie möglichst gering zu halten, sollten Patienten, die  mit Alphablockern behandelt werden, vor Beginn der Viagra-Behandlung stabil eingestellt sein. Darüber hinaus sollte eine Initialdosis gering sein.

Anwendung bei Kindern

Viagra ist für die Personen unter 18 Jahren nicht zugelassen.

Anwendung bei älteren Patienten

Bei älteren Patienten sind Dosisanpassungen nicht erforderlich.

Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen waren transitorisch, leicht und mäßig. Laut Studien wurden die Nebenwirkungen bei einer Erhöhung der Dosierung verstärkt. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen und Gesichtsrötungen.

Sehr häufige Nebenwirkungen (≥ 1/10):

  • Nervensystemstörungen – Kopfschmerzen.
  • Gefäßstörungen – Gesichtsrötungen.
  • Häufige Nebenwirkungen (≥ 1/100 bis < 1/10):
  • Nervensystemstörungen – Schwindel. 
  • Augenstörungen – verschwommenes Sehen, erhöhte Lichtempfindlichkeit, vorübergehende Chromatopsie leichter Art.
  • Herzstörungen – Palpitationen (Wahrnehmung des eigenen Herzschlags).
  • Störungen der Atemwege – Rhinitis (verstopfte Nase).
  • Magenstörungen – Dyspepsie.

Bei der Anwendung des Präparates in einer Dosis, die die empfohlene Dosierung überschreitet, sind die Nebenwirkungen identisch, aber häufig. Die Anwendung von Sildenafil übt keinen Einfluss auf die Häufigkeit der Herzerkrankungen (Herzinfarkt) aus.

Die Angaben der Post-Marketing-Überwachung berichten von nicht typischen bzw. seltenen Reaktionen:

  • Immunsystem – Überempfindlichkeit (inkl. Hautausschlag);
  • Nervensystem – Epilepsieanfälle;
  • Herzkreislaufsystem – Tachykardie, Hypotension, Synkope, Nasenbluten;
  • Magen-Darm-Trakt – Übelkeit;
  • Geschlechtsorgane – prolongierte Erektion/ Priapismus.

Überdosierung

In Studien erhielten gesunde Probanden Einzeldosen bis zu 800 mg. Die hierbei beobachteten Nebenwirkungen waren ähnlich wie die bei niedrigeren Dosen, lediglich die Häufigkeit und der Schweregrad waren erhöht. In Fällen einer Überdosierung sollte die symptomatische Therapie eingeleitet werden. Da das Präparat an Plasmaproteine gebunden ist und renal nicht eliminiert wird, ist durch eine Dialyse keine Beschleunigung der Eliminierung zu erwarten.

Besonderheiten der Anwendung

Für die Diagnostik der Erektionsstörungen und die Feststellung der möglichen Ursachen für die Erkrankung und die Anwendung einer geeigneten Therapie ist es notwendig, die Krankheitsgeschichte des Patienten gründlich zu lernen und Untersuchungen zu machen.

Damit Viagra wirkt, ist eine sexuelle Stimulation notwendig.

Mit der sexuellen Aktivität steht ein bestimmtes kardiovaskuläres Risiko im Zusammenhang. Vor dem Beginn der Behandlung einer erektilen Dysfunktion sollten die behandelnden Ärzte den kardiovaskulären Status ihrer Patienten berücksichtigen. Potenzmittel sollen den Patienten nicht verschrieben werden, denen die sexuelle Aktivität untersagt ist.

Nach dem Beginn der Anwendung des Präparates in der Arztpraxis wurde von seriösen Herzkreislaufkomplikationen berichtet, die gleichzeitig mit der Einnahme von Sildenafil erfolgen. Dazu gehören Herzinfarkt, plötzlicher Herztod, ventrikuläre Arrhythmie, Vorhofflimmern, transitorische ischämische Attacken. Die meisten Patienten hatten vorbestehende kardiovaskuläre Risikofaktoren. Die Mehrheit dieser Fälle wurde unmittelbar bei dem Geschlechtsverkehr oder kurz danach beobachtet, selten nach der Einnahme von Sildenafil ohne sexuelle Aktivität. Andere ungewünschte Erscheinungen erfolgten nach ein paar Stunden oder Tagen nach der Anwendung von Sildenafil und der sexuellen Aktivität. Somit ist es unmöglich, die Abhängigkeit solcher Fälle mit der Anwendung von Sildenafil, der sexuellen Aktivität, den vorbestehenden Herzkreislauf-Erkrankungen oder der Kombination dieser oder anderer Faktoren festzustellen.

Bei gesunden Probanden bei den Einzeldosen 100 mg Sildenafil wurden keine klinischen Veränderungen im EKG festgestellt. Eine durchschnittliche systolische Blutdrucksenkung im Liegen nach der oralen Anwendung des Präparates in Dosierung 100 mg betrug 8,34 mmHg. Die entsprechende Veränderung des diastolischen Blutdrucks im Liegen betrug 5,3 mmHg. Der Blutdruck fiel niedriger bei Patienten, die gleichzeitig Nitrate einnahmen.

In den Studien zeigte Sildenafil eine gefäßerweiternde Wirkung, die zur Senkung des arteriellen Blutdrucks führte. Dieser Effekt ist belanglos und hat keine Folgen bei den meisten Patienten. Allerdings soll der Arzt vor der Verordnung von Sildenafil das Risiko der gefäßerweiternden Wirkung bei vorbestehenden Erkrankungen gründlich erwägen. Die Überempfindlichkeit gegen gefäßerweiternde Medikamente wird bei den Patienten mit Aortenstenose, hypertroph-obstruktiver Kardiomyopathie oder Patienten mit dem seltenen Syndrom der Multisystematrophie, das sich in einer schweren Störung der autonomen Blutdruckkontrolle beobachtet.

In einer Studie zu den Effekten einer oralen Einmalgabe von 100 mg Sildenafil bei Patienten mit schwerer (> 70%ige Stenose mindestens einer Koronararterie) koronarer Herzkrankheit nahm der mittlere systolische und diastolische Blutdruck in Ruhe im Vergleich mit dem Ausgangswert um 7 % bzw. 6 % ab. Der mittlere pulmonale systolische Blutdruck nahm um 9 % ab. Sildenafil beeinflusste weder das Herzminutenvolumen noch beeinträchtigte es die Durchblutung in den stenosierten Koronararterien.

In Studien mit der Dosierung 100 mg berichteten die Patienten mit der vorliegenden arteriellen Hypertension, die gleichzeitig zwei oder mehrere Antihypertensiva einnehmen, von der Verbesserung der Erektion (71 %) und einer größeren Zahl der erfolgreichen Geschlechtsakte (62 %).

Sehstörungen und Fälle von nicht-arteriitischer anteriorer ischämischer Optikusneuropathie (NAION) sind in Zusammenhang mit der Einnahme von Sildenafil und anderen PDE5-Hemmern beobachtet worden. Der Patient muss darüber aufgeklärt werden, dass er im Falle einer plötzlichen Sehstörung Sildenafil absetzen und sofort einen Arzt aufsuchen soll.

Bei Patienten mit der altersabhängigen Netzhautdegeneration war Sildenafil in Einzeldosis 100 mg einmal täglich gut verträglich und übte keine klinische Wirkung auf das Sehvermögen (Sehstärke, Amsler-Netz, Photostress, Humphrey-Perimetrie).

Wenn Patienten unter Alphablocker-Therapie Sildenafil erhalten, ist Vorsicht geboten, da eine gleichzeitige Anwendung bei einigen wenigen empfindlichen Personen zu symptomatischer Hypotonie führen kann. Um die Möglichkeit einer orthostatischen Hypotonie möglichst gering zu halten, sollten Patienten, die mit Alphablockern behandelt werden, vor Beginn der Behandlung mit Sildenafil hämodynamisch stabil eingestellt sein. Darüber hinaus sollten Ärzte die Patienten darüber aufklären, wie sie sich beim Auftreten von Symptomen einer orthostatischen Hypotonie verhalten sollen.

Manche Patienten mit erblich bedingter Retinaerkrankung (Retinitis pigmentosa) haben eine genetisch bedingte Störung der retinalen Phosphodiesterasen. Bei Patienten mit Retinitis pigmentosa wurde die Sicherheit von Sildenafil nicht untersucht. Daher soll die Anwendung von Sildenafil mit Vorsicht erfolgen.

Studien an menschlichen Thrombozyten haben Hinweise darauf erbracht, dass Sildenafil die antiaggregatorische Wirkung von Nitroprussid-Natrium in vitro verstärkt. Es liegen keine Daten über die Unbedenklichkeit der Anwendung von Sildenafil an Patienten mit Blutungsstörungen oder aktiven peptischen Ulzera vor. Daher sollte die Gabe von Sildenafil an diese Patienten nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.

Die Behandlung einer erektilen Dysfunktion, auch mit Sildenafil, sollte dann mit Vorsicht erfolgen, wenn anatomische Penismissbildungen wie Angulation, Fibrose im Bereich der Corpora cavernosa oder die Peyronie-Krankheit vorliegen sowie bei Patienten mit für Priapismus prädisponierenden Erkrankungen (wie Sichelzellenanämie, multiples Myelom, Leukämie).

Es liegen keine Studien zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Sildenafil in Kombination mit anderen Behandlungen einer erektilen Dysfunktion vor. Die Anwendung solcher Kombinationen wird daher nicht empfohlen.

Nach der oralen Anwendung der Einzeldosis 100 mg Sildenafil wurde keine Wirkung auf die Spermienqualität bei gesunden Probanden festgestellt.

Über plötzliche Schwerhörigkeit oder Taubheit wurde von einer kleinen Anzahl Patienten aus Post-Marketing oder klinischen Studien berichtet, die einen PDE5-Hemmer, einschließlich Sildenafil, eingenommen haben. Die Mehrheit dieser Patienten hatten Risikofaktoren für plötzliche Schwerhörigkeit oder Taubheit. Es gibt keinen kausalen Zusammenhang zwischen der Anwendung von PDE-5-Inhibitoren und plötzlicher Schwerhörigkeit bzw. Taubheit bei Patienten. Bei plötzlicher Schwerhörigkeit oder Taubheit muss Sildenafil abgesetzt werden und der Arzt aufgesucht.

Anwendung während der Schwangerschaft und der Stillzeit

Viagra ist nicht zur Anwendung bei Frauen bestimmt.

Anwendung bei Kindern

Viagra darf von Personen unter 18 Jahren nicht eingenommen werden.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien bezüglich der Wirkung von Sildenafil auf die Verkehrstüchtigkeit durchgeführt. Viagra kann Schwindel verursachen und das Sehvermögen beeinflussen. Deshalb muss der Patient darauf achten, wie er auf die Einnahme von Viagra reagiert, bevor er Auto fährt oder Maschinen bedient. 

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten 

Wirkung der anderen Medikamente auf Sildenafil

In-vitro-Studien: Der Sildenafil-Metabolismus wird grundsätzlich durch die Cytochrom-P450-(CYP)-Isoenzyme 3A4 (Hauptweg) und 2C9 (Nebenweg) vermittelt. Die Sildenafil-Clearance kann folglich durch Inhibitoren dieser Isoenzyme herabgesetzt werden.

In-vivo-Studien: Die Analyse pharmakokinetischer Daten aus den durchgeführten klinischen Studien wies auf eine reduzierte Sildenafil-Clearance bei gleichzeitiger Gabe von CYP3A4-Inhibitoren (wie Ketoconazol, Erythromycin, Cimetidin) hin. Obwohl bei den Patienten, die gleichzeitig CYP3A4-Inhibitoren erhielten, keine Zunahme von unerwünschten Ereignissen beobachtet wurde, sollte hier eine Anfangsdosis von 25 mg in Erwägung gezogen werden.

Die Anwendung von Viagra 100 mg mit Erythromycin, dem CYP3A4-Inhibitor (500 mg zweimal täglich innerhalb von 5 Tagen) bewirkte die 183%ige Steigerung der Sildenafil-Plasma-AUC. Die gleichzeitige Gabe der HIV-Protease Saquinavir (1200 mg dreimal täglich) bewirkte eine 140%ige Steigerung von Sildenafil Cmax und eine 210%ige Steigerung der Sildenafil-Plasma-AUC. Viagra hatte keine Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Saquinavir. Starke CYP3A4-Inhibitoren (Ketoconazol und Itrakonazol) können eine stärker ausgeprägte Auswirkung haben.

Die gleichzeitige Gabe des HIV-Protease-Hemmstoffs Ritonavir im Steady State (zweimal täglich 500 mg), der ein hochpotenter P450-Hemmstoff ist, und Sildenafil (100 mg Einzeldosis) bewirkte eine 300%ige (vierfache) Steigerung der Sildenafil Cmax und eine 1.000%ige (11fache) Steigerung der Sildenafil-Plasma-AUC. Nach 24 Stunden waren die Sildenafil-Plasmaspiegel noch etwa 200 ng/ml im Vergleich zu 5 ng/ml, wenn Sildenafil alleine gegeben wurde. Dies entspricht den ausgeprägten Effekten von Ritonavir auf ein breites Spektrum von P450-Substraten. Sildenafil hatte keine Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Ritonavir. Bei der Gabe der Sildenafil-Dosis den Subjekten, die den CYP3A4-Inhibitor einnehmen, überschritt die Sildenafil-Plasma-Konzentration 200 ng nicht. Das Präparat war gut verträglich.

Durch die Einmalgabe eines Antacidums (Magnesiumhydroxid/ Aluminiumhydroxid) wurde die Bioverfügbarkeit von Sildenafil nicht beeinflusst.

Die gleichzeitige Gabe von CYP2C9-Inhibitoren (wie Tolbutamid, Warfarin, Phenytoin), CYP2D6-Inhibitoren (wie selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern, trizyklischen Antidepressiva), Thiazid- und ähnlichen Diuretika, Schleifen- und kaliumsparenden Diuretika, ACE-Hemmern, Ca-Antagonisten, Betablockern hatte keine Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Sildenafil.

Bei gesunden männlichen Probanden konnte ein Einfluss von Azithromycin (500 mg täglich über 3 Tage) auf die AUC, Cmax, tmax, Eliminationsrate oder die sich daraus ergebende Halbwertszeit von Sildenafil oder seinem Hauptmetaboliten nicht nachgewiesen werden.

Wirkung von Viagra auf andere Medikamente

In-vitro-Studien: Sildenafil ist ein schwacher Inhibitor der Cytochrom-P450-Isoenzyme 1A2, 2C9, 2C19, 2D6, 2E1 und 3A4 (IC50 > 150 μM). Angesichts der maximalen Plasmaspiegel von Sildenafil nach empfohlener Dosierung von etwa 1 μM erscheint es unwahrscheinlich, dass Viagra die Clearance von Substraten dieser Isoenzyme verändert.

In-vivo-Studien: Sildenafil verstärkt den blutdrucksenkenden Effekt von Nitraten. Daher ist die gleichzeitige Gabe mit Stickstoffmonoxid-Donatoren oder jeglichen Nitraten kontraindiziert.

Wenn Patienten unter Alphablocker-Therapie gleichzeitig Sildenafil erhalten, kann dies bei einigen wenigen empfindlichen Personen zu symptomatischer Hypotonie führen. Am wahrscheinlichsten tritt diese innerhalb von 4 Stunden nach der Einnahme von Sildenafil auf. In drei spezifischen Interaktionsstudien wurde der Alphablocker Doxazosin (4 mg und 8 mg) zusammen mit Sildenafil (25 mg, 50 mg oder 100 mg) an stabil eingestellte Doxazosin-Patienten mit benigner Prostatahyperplasie gegeben. Bei dieser Studienpopulation wurde ein zusätzlicher mittlerer Blutdruckabfall von jeweils 7/7 mmHg, 9/5 mmHg und 8/4 mmHg im Liegen und 6/6 mmHg, 11/4 mmHg und 4/5 mmHg im Stehen beobachtet. Bei gleichzeitiger Gabe von Sildenafil an Patienten mit stabil eingestellter Doxazosin-Dosis gab es gelegentlich Berichte über eine symptomatische orthostatische Hypotonie. Gemeldet wurden dabei Schwindelgefühl und Benommenheit, jedoch keine Synkope.

Bei der gleichzeitiger Anwendung von Sildenafil (50 mg) wurden keine signifikanten Wechselwirkungen mit Tolbutamid (250 mg) oder mit Warfarin (40 mg) gezeigt, die beide durch CYP2C9 verstoffwechselt werden.

Sildenafil (100 mg) beeinflusste nicht die Steady-State-Pharmakokinetik der HIV-Protease-Hemmstoffe Saquinavir und Ritonavir, die beide CYP3A4-Substrate sind.

In einer gezielten Studie erhielten die Patienten mit Hypertension Sildenafil (100 mg) zusammen mit Amlodipin. Es zeigte sich eine zusätzliche Senkung des Blutdrucks um systolisch 8 mmHg und diastolisch um 7 mmHg. Das Ausmaß dieser zusätzlichen Blutdrucksenkung war ähnlich der Blutdrucksenkung, die beobachtet wurde nach alleiniger Gabe von Sildenafil an gesunde Probanden.

Pharmakologische Eigenschaften

Pharmakodynamik. Viagra ist ein orales Präparat zur Behandlung der erektilen Dysfunktion. Es ist das Salz der Zitronensäure von Sildenafil, ein selektiver Hemmer der cGMP-spezifischen Phosphodiesterase vom Typ 5 (PDE-5).

Der physiologische Mechanismus der Erektion des Penis schließt die Freisetzung von Stickstoffmonoxid im Schwellkörper während der sexuellen Stimulation ein. Das Stickstoffmonoxid aktiviert das Enzym Guanylatcyclase, was zu erhöhten Spiegeln an zyklischem Guanosinmonophosphat (cGMP) führt. Hierdurch kommt es zu einer Relaxation der glatten Muskulatur im Schwellkörper, was den Bluteinstrom ermöglicht.

Sildenafil übt keinen direkten relaxierenden Effekt auf isoliertes menschliches Corpus-cavernosum-Gewebe aus, es verstärkt jedoch die relaxierende Wirkung von Stickstoffmonoxid auf dieses Gewebe. Wenn unter sexueller Stimulation die Aktivierung des Stickstoffmonoxid (NO)/cGMP-Stoffwechselweges stattfindet, bewirkt die PDE5-Hemmung durch Sildenafil erhöhte cGMP-Spiegel im Schwellkörper.

Eine sexuelle Stimulation nötig, damit Sildenafil den beabsichtigten günstigen pharmakologischen Effekt entwickeln kann.

In-vitro-Studien zeigten, dass Sildenafil für die PDE-5, die am Erektionsprozess beteiligt ist, selektiv ist. Es wirkt stärker auf PDE-5 als auf andere bekannte Phosphodiesterase-Isoenzyme. Gegenüber der PDE-6, die an dem Phototransduktionsprozess in der Retina beteiligt ist, hat Sildenafil eine 10fach höhere Selektivität. Bei den maximalen empfohlenen Dosierungen zeigt sich eine 80fach höhere Selektivität gegenüber PDE-1 und eine über 700fach höhere Selektivität gegenüber PDE-2, PDE-3, PDE-4, PDE-7 – PDE-11. Sildenafil hat insbesondere eine mehr als 400fach höhere Selektivität für PDE-5 im Vergleich zu PDE-3, dem an der Steuerung der kardialen Kontraktilität beteiligten, cAMP-spezifischen Phosphodiesterase-Isoenzym.

Sehstörungen

Leichte und vorübergehende Veränderungen des Farbensehens (Blau/Grün) wurden bei einigen Studienteilnehmern durch den Farnsworth-Munsell-100-Farben-Test 1 Stunde nach Einnahme von 100 mg beobachtet, 2 Stunden nach Einnahme waren diese Veränderungen nicht mehr nachweisbar. Der vermutete Mechanismus für diese Veränderung des Farbensehens bezieht sich auf die Hemmung der PDE-6, die bei dem Phototransduktionsprozess der Retina eine Rolle spielt. Sildenafil übt keinen Einfluss auf die Sehschärfe, das Kontrastsehen, das Elektroretinogramm, den Augeninnendruck oder die Pupillometrie aus.

Wirksamkeit. In Studien mit festgelegter Dosierung berichteten 62 % (25 mg), 74 % (50 mg) und 82 % (100 mg) der Patienten über eine Verbesserung ihrer Erektion. Die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Sildenafil blieb in den Langzeitstudien erhalten. Neben einer Verbesserung der Erektion berichteten die Patienten von einem heftigeren Orgasmus und mehr Vergnügen am Geschlechtsakt.

Während der Behandlung lag die Rate der Patienten, die über eine Verbesserung unter Sildenafil berichteten, je nach Patientengruppe bei: Diabetes mellitus (59 %), radikale Prostatektomie (43 %), Rückenmarkverletzungen (83 %).

Pharmakokinetik. Nach der oralen Einnahme von Sildenafil nehmen AUC und Cmax dosisproportional über den empfohlenen Dosisbereich zu. Das Präparat wird aus dem Körper vorwiegend mittels der Biotransformation in der Leber (unter Mitwirkung von P4503A4-Cytochrom) mit der Bildung des aktiven Metabolites mit Sildenafil-ähnlichen Eigenschaften eliminiert.

Resorption. Sildenafil wird schnell resorbiert. Die mittlere absolute orale Bioverfügbarkeit beträgt 41 % (Streubreite: 25-63 %). Die maximalen beobachteten Plasmaspiegel werden innerhalb von 30 und bis 120 Minuten (im Durchschnitt 60 Minuten) nach oraler Anwendung im nüchternen Zustand erreicht. Nach oraler Einnahme von Sildenafil nehmen AUC und Cmax dosisproportional über den empfohlenen Dosisbereich (25 bis 100 mg) zu. Bei Einnahme von Sildenafil zusammen mit einer Mahlzeit ist die Resorptionsrate reduziert, die tmax verzögert sich um 60 Minuten, während die Cmax im Mittel um 29 % verringert ist.

Verteilung. Das mittlere Verteilungsvolumen von Sildenafil im Steady State beträgt 105 l, was auf eine Verteilung in die Gewebe hinweist. Sildenafil sowie sein wichtigster, im Blutkreislauf zirkulierender, N-desmethylierter Metabolit zu 96 % an Plasmaproteine gebunden ist. Die Proteinbindung ist unabhängig von der Gesamtkonzentration des Arzneimittels.

Bei gesunden Probanden wurden 90 Minuten nach Gabe von Sildenafil (100 mg Einzeldosis) weniger als 0,0002 % (im Durchschnitt 188 ng) der gegebenen Menge im Ejakulat gefunden.

Metabolisierung. Sildenafil wird überwiegend hepatisch durch die mikrosomalen Isoenzyme CYP3A4 (Hauptweg) und CYP2C9 (Nebenweg) metabolisiert. Der wichtigste zirkulierende Metabolit resultiert aus N-Demethylierung von Sildenafil. Das Profil der Phosphodiesterase-Selektivität dieses Metaboliten ist ähnlich dem von Sildenafil und weist in vitro eine Hemmwirkung für PDE-5 auf, die rund 50 % derjenigen der Stammsubstanz beträgt. Die Plasmaspiegel dieses Metaboliten betragen rund 40 % der für Sildenafil beobachteten Werte. Der N-Desmethyl-Metabolit wird weiter verstoffwechselt, die terminale Halbwertszeit beträgt rund 4 Stunden.

Elimination. Die gesamte Clearance von Sildenafil beträgt 41 l/h mit einer daraus resultierenden terminalen Halbwertszeit von 3 bis 5 Stunden. Nach oraler Gabe wird Sildenafil nach Metabolisierung hauptsächlich über die Fäzes (rund 80 % der gegebenen Dosis) und in geringerem Maße renal (rund 13 % der gegebenen Dosis) ausgeschieden.

Pharmakokinetik bei speziellen Patientengruppen

Ältere Patienten. Gesunde ältere Probanden (65 Jahre oder älter) zeigten eine herabgesetzte Sildenafil-Clearance, wobei die Plasmaspiegel von Sildenafil und des aktiven N-Desmethyl-Metaboliten ungefähr 90 % höher lagen als bei jüngeren gesunden Probanden (18 bis 45 Jahre). Aufgrund der altersabhängigen Veränderung der Plasmaproteinbindung lag der entsprechende Anstieg der Plasmaspiegel von freiem Sildenafil bei rund 40 %.

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen. Bei Probanden mit leichter bis mäßiger Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance = 30-80 ml/min) war die Pharmakokinetik nach einer oralen Sildenafil-Einzeldosis von 50 mg unverändert. Bei Probanden mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) war die Clearance von Sildenafil herabgesetzt und resultierte in Erhöhungen von AUC (100 %) und Cmax (88 %) im Vergleich zu Probanden gleichen Alters mit nicht eingeschränkter Nierenfunktion. Zusätzlich waren die AUC (79 %) und Cmax (200 %) des N-Desmethyl-Metaboliten signifikant erhöht.

Patienten mit Leberfunktionsstörungen. Bei Probanden mit leichter bis mäßiger Leberzirrhose (Child-Pugh-Klassifikation A und B) war die Clearance von Sildenafil herabgesetzt, was zu Erhöhungen von AUC (84 %) und Cmax (47 %) führte, im Vergleich zu Probanden gleichen Alters mit nicht eingeschränkter Leberfunktion. Die Pharmakokinetik von Sildenafil bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klassifikation C) wurde nicht untersucht.

Pharmazeutische Angaben

Physikochemischen Grundeigenschaften

Viagra Filmtabletten sind blaue, rautenförmige, gerundete Tabletten mit „Pfizer“ auf einer Seite und mit „VGR 50“ oder „VGR 100“ (je nach Dosis) auf der anderen Seite gekennzeichnet.

Aufbewahrung und Dauer der Haltbarkeit

In der Originalverpackung bei Temperaturen nicht über 30 Grad lagern. Für Kinder unzugänglich aufbewahren.

5 Jahre haltbar.

Genehmigungsdatum der Packungsbeilage. 22.11.2010

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Die Entdeckung von Viagra wurde wahrscheinlich die dritte größte zufällige Entdeckung in der Medizin nach Röntgen-Strahlen und Penizillin.

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