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Sexueller Fetischismus

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Fetischismus als eine Erscheinung der Sexualität wurde zum ersten Mal von den Wissenschaftlern Ende des XIX. Jhs. beschrieben. Obwohl es den Begriff Fetischismus auch früher gab. Bis zum genannten Zeitpunkt wurde damit eine der urtümlichen Formen der Religion bezeichnet. Damals wurden tote Dinge wie zum Beispiel Göttchen aus Stein vergöttert. Somit wurden materielle Gegenstände vergöttert, in den Urzeiten waren sie Mittel zum Überleben, zum Beispiel Stein, Speer, Waffen etc. Ohne diese Gegenstände war es unmöglich, das eigene Leben sowie das Leben der Familie zu retten. Jedes Ding konnte zum Fetisch werden, sogar Körperteile der Tiere. Wer einen Fetisch besaß, der hatte Glück beispielsweise auf der Jagd, dem Fetisch wurden magische Eigenschaften zugeschrieben.

Ursprünglich galt sexueller Fetischismus als eine sexuelle Perversion. Ungefähr am Ende des XIX Jhs. begann man diese Erscheinung als eine psychische Abweichung zu betrachten. Der Psychologe Alfred Binet beschrieb diese Erscheinung in einem seiner Artikel. Unter dem sexuellen Fetischismus verstand er den Geschlechtstrieb und Erregung, die der Mensch mit einem unbelebten Gegenstand erlebt.

Im Jahre 1912 erweiterte der Psychiater Richard Freiherr von Krafft-Ebing diesen Begriff, zu den möglichen Fetischen fügte er Körperteile hinzu.

Heutzutage definiert die Wissenschaft den Fetischismus als eine der Artel von Paraphilie. Damit wird die sexuelle Erregung und Befriedigung durch unsittliche inakzeptable Stimulation beschrieben. Manchmal wird der Begriff Paraphilie durch Perversion oder Devianz insbesondere von Laien ersetzt.

Die Wissenschaft von heute betrachtet den sexuellen Fetischismus als eine Form des sexuellen Verhaltens der Menschen, dabei werden Kleidung, Gegenstände oder bestimmte Körperteile des anderen Geschlechts zum Objekt der Liebe und Vergötterung.
Nur extreme Formen von sexuellem Interesse an unbelebten Objekten kann als eine Pathologie betrachtet werden.

Aus medizinischer Sicht gilt Fetischismus als krankhaft, wenn Fantasien stören, ein normales Geschlechtsleben zu führen, Leiden zufügen oder zu Straftaten bewegen.

Es gibt Theorien, die den Standpunkt vertreten, dass die Entstehung des Fetischismus mit der ersten sexuellen Erregung oder Erfahrung im Zusammenhang steht. Die Erinnerung an dieses wichtige Ereignis im Leben bleibt im Bewusstsein für immer. Später wird das Erlebte mit der ersten sexuellen Erfahrung assoziiert und erzeugt eine psychophysiologische Abhängigkeit. In der Pubertät kann solche Abhängigkeit ganz leicht entstehen. Seine erste sexuelle Erregung könnte der Jugendliche zum Beispiel beim Pornoschauen erleben: Dort können in Latex gekleidete Darstelerinnen erscheinen. Nur das kann später die Person sexuell erregen.

Es gibt ein paar Studien, die die Rolle der Prägung in der Entstehung der sexuellen Vorlieben des Menschen beweisen.

Eine Studie in Schweden zeigte, dass vorwiegend ältere Brüder einen Fetisch für Stillen und Schwangerschaft haben, d.h. das sind Kinder in den ersten 5 Jahren, die ihre Mutter häufig in der Schwangerschaft und beim Stillen gesehen haben. Das sind indirekte Hinweise auf eine Lebensphase, in der sich sexuelle Vorlieben zu entwickeln beginnen.

Es gibt auch neurobiologische Faktoren für die Entwicklung von Fetischismus. Allerdings sind sie bis jetzt nicht genau untersucht. Eine der Studien wurde von den britischen Wissenschaftlern durchgeführt. Es wurde herausgefunden, dass Fetischisten viele ältere Brüder haben. Ihr Zeigefinger ist länger als der Ringfinger (das zeugt von einem starken Einfluss von Östrogen auf den Fötus). Unter den Fetischisten kommen viele Linkshänder vor. Somit haben bestimmte Faktoren während der Schwangerschaft Einfluss auf die Entwicklung der sexuellen Vorlieben im weiteren Leben.

Fetischismus kann auch im Zusammenhang mit der Angst vor dem möglichen Partner stehen. Das ist für jene Situationen typisch, in denen der Partner durch einen Gegenstand ersetzt wird. Das könnte Angst vor der Kommunikation oder Forderungen des Partners sein, Angst ausgelacht oder erniedrigt zu werden.

Die totale Freiheit der Handlungen mit einem Fetisch fordert keine Energie und Zeit, die mit einem realen Partner notwendig sind. Demzufolge kann der Fetischist den eigenen sexuellen Fantasien und Illusionen hingeben.

Die Persönlichkeit des Partners spielt überhaupt keine Rolle für den Fetischisten. Auf viele Männer wirkt ein Körperteil der Frau (Busen, Beine, Po etc.) oder ihr Kleidungsstück stimulierend oder erregend. Erinnerungen daran werden von der Selbstbefriedigung und dem Orgasmus begleitet. In diesem Fall wird die Selbstbefriedigung praktiziert, die mit der Persönlichkeit der Frau und ihrem Verhalten verbunden sind. Wenn es aber zu einem Fetisch wird, so ist die weibliche Gestalt unpersönlich und existiert getrennt.

Im Großen und Ganzen kann der Fetischist Geschlechtsverkehr mit jeder Frau haben, die einen bestimmten Fetisch besitzt, zum Beispiel lange blonde Haare. Dabei spielen ihre persönlichen Eigenschaften, ihr Alter, Aussehen oder Temperament gar keine Rolle.

Ein Fetisch prägt Fantasien und Träume stärker aus, macht sie real, damit man eine starke sexuelle Erregung erleben kann.

Eine sexuelle Befriedigung wird nicht nur durch den Besitz des ersehnten Gegenstandes erreicht, sondern durch den Kontakt damit: Sehen, riechen, Geschlechtorgane damit stimulieren und masturbieren.

Wäschefetischismus

Wäschefetischismus äußert sich häufig darin, dass man die Unterwäsche des anderen Geschlechtes trägt. Wäschefetischisten kaufen oder stehlen feine Unterwäsche von der Leine weg oder am Strand. Jeder Fetischist hat seine Vorlieben. Zum Beispiel zu einem der populärsten Fetische in Japan gehören weibliche getragene Unterhosen. Das ist ein echtes Geschäft. Junge Frauen verkaufen ihre getragenen Unterhosen an spezielle Läden für Fetischisten.

Varianten von Fetischismus sind ganz unterschiedlich. Sehr verbreitet sind folgende Formen von Fetischismus: Fußfetischismus, Wäschefetischismus, Wetlookfetischismus, Stärkefetischismus, Krankenschwester-Fetisch.

Fußfetischismus

Eine besondere Erscheinung ist Fußfetischismus oder die sexuelle Vorliebe für Füße. Dabei haben Geschlechtsorgane keine Bedeutung. Die Erregung wird durch den Anblick von nackten Füßen, Berührung, Geruch oder Geschmack erzeugt. Für Fußfetischisten gibt es sogar spezielle Veranstaltungen: Zu diesem Zweck werden die Füße nicht gewaschen, weil der Geruch und Geschmack von Schweiß eine starke Erregung erzeugen. Mit dem Fußfetischismus stehen solche Sexualpraktiken wie Bastinado (Sohlenstreich) und Kitzeln am Fuß im Zusammenhang.

Zum Fetisch können der Busen, Haare, Hände, die Nase, Ohren, der Bauch einer schwangeren Frau, Muskeln usw. werden.

Der Krankenschwester-Fetisch ist eine Form von sexuellem Fetischismus, bei dem die sexuelle Befriedigung aus dem Rollenspiel resultiert. Dabei wird eine reale oder ausgedachte medizinische Situation gespielt.

Top-5 von Fetischen

  1. Unterwäsche
  2. Schuhe mit hohen Absätzen
  3. Kleidung aus Leder oder Latex
  4. Korsagen
  5. Uniform

Erotischer Fetischismus soll nicht immer als eine Abweichung von den Normen betrachtet werden. Einerseits können das männliche Interesse an Blondinen oder üppigen Frauen, der Geschlechtsverkehr mit Behinderten zu einem sexuellen Fetisch gezählt werden, andererseits kann es als eine besondere sexuelle Vorliebe betrachtet werden. Es gibt auch Männer, die eine Vorliebe für Frauen mit schokobrauner Haut oder für Frauen aus Asien oder Frauen mit kleinem oder großen Busen haben. Das kann keinesfalls als eine Perversion bezeichnet werden. Das ist eher die Möglichkeit, mehr sexuelle Befriedigung unter bestimmten Umständen zu bekommen.

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Schon gewusst?

Antifetischismus ist eine andere Seite des sexuellen Verhaltens. Dabei unterdrücken das bestimmte Aussehen, ein Kleidungsstück oder Schuhe den Sexualtrieb.

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