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Sexuelle Revolution

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Die 60er und die sexuelle Revolution

Der Begriff „sexuelle Revolution“ entstand noch im XX. Jahrhundert, dennoch werden darunter die Veränderungen in der Gesellschaft und im Bewusstsein der Menschen in den 1960er verstanden. Im Laufe vieler Jahrhunderte wurde das Leben der Bevölkerung stark von der Kirche kontrolliert. Viele Aspekte des menschlichen Lebens standen unter der religiösen Aufsicht, nämlich die Sexualität. Bis zum XX. Jahrhundert war Sex ein Tabu.

Anfang des XX. Jahrhunderts bezeichnete man die sexuelle Revolution als einen Wendepunkt für die Gesellschaft. In dieser Zeit entstehen die Bewegungen der Suffragetten und der Frauenrechtlerinnen. Der erste Weltkrieg wurde durch den geistigen Verfall der Gesellschaft für eine lange Periode gekennzeichnet, die mit dem Untergang der Demokratie und der Entstehung der Diktatur endete. Nach dem zweiten Weltkrieg kam eine neue Generation mit den neuen Meinungen und Überzeugungen, die ein Gegensatz zu den konservativen Eltern war. Das war die erste Generation, die weder den Krieg noch die Massenarbeitslosigkeit kannte. Daher waren die Werte der älteren Generation für sie von keiner Bedeutung. Die Jugend war gegen die Konsumgesellschaft, sah darin die Gefahr, die von ihren Eltern unbemerkt blieb.

Ursachen der sexuellen Revolution der 60er

Es herrscht die Meinung, dass Antibabypillen einen großen Anstoß dazu gegeben haben. Dennoch ist es nicht so. Viele Faktoren trugen zum Anfang der sexuellen Revolution bei. In den 60er Jahren begannen die Bewegung für Bürgerrechte, Studentenbewegungen, eine pazifistische Bewegung gegen den Krieg in Vietnam.

Dank dem Fernsehen sah die Jugend sterbende amerikanische Soldaten und vietnamesische Kinder und konnte nicht verstehen, wozu das alles ist. Warum sollten die Menschen als Kanonenfleisch den fremden politischen Zielen dienen? Zu den Idolen der Jugendlichen wurden nicht Politiker, sondern Revolutionäre wie Che Guevara. 1964 in Berkeley sind studentische Unruhen ausgebrochen. Die Jugend war von der wahren Idee besessen, der Idee des Pazifismus. So was hat es noch nie gegeben. Gewöhnlich werden solche Massenbewegungen künstlich von den Politikern zu ihren Gunsten gestaltet, wie z.B. vor dem ersten Weltkrieg. Die Jugend verzichtete darauf, zum Militär zu gehen, verlangte, dass das Militär keinen Einfluss auf die Hochschulen ausübte, war dagegen, was falsch war. Den Freiheitsgeist spürte man in der Luft. Viele Teilnehmer an jenen Ereignissen behaupten, dass dieses Gefühl, was sie machen, richtig sei, das ist kaum in Worten zu fassen. Das war die richtige Zeit, um die Gesellschaft zu transformieren.

Als Ergebnis dieser Ereignisse und der pazifistischen Stimmung entstanden neue Jugendbewegungen und Musikrichtungen. Jefferson Airplane, The Beatles, The Rolling Stones, Janis Joplin, The Doors, Elvis Presley, Bob Dylan, Chuck Berry, Bob Marley und viele andere haben die Musikszene in den 60er verändert. Davon ist die sexuelle Revolution einfach nicht wegzutrennen.

Der Sinn der sexuellen Revolution bestand nicht in der totalen Unsittlichkeit. Das war eher eine Art Protest gegen die Heuchelei der Politiker, dagegen, dass sie eine bestimmte Lebensweise aufzwingen und das Glück den Menschen wegnehmen. Man hatte vor, auf strenge, oft unnatürliche Verhaltensnormen zu verzichten, an die sich die Menschen gewöhnt haben und dadurch unglücklich waren.

Die sexuelle Revolution wird nicht als das Recht verstanden, Sex in der Öffentlichkeit zu machen, wie die Gegner behaupten, sondern als eine geistige Revolution. Einige Theoretiker (Wilhelm Reich) schlugen vor, auf die voreheliche Askese zu verzichten und die Eheschließung ab 16 zu erlauben. In seinem Werk „Die Funktion des Orgasmus“ erklärte W. Reich, dass die Sexwelle die traditionelle Familie nicht zerstören kann. Es wurde nicht gemeint, dass sich die Gesellschaft in eine Massensexorgie verwandelt.

Deshalb ist es nicht merkwürdig, dass die Vorstellung über die sexuelle Revolution als eine Besessenheit von Sex bis jetzt herrscht. Die sexuelle Revolution kämpfte eigentlich gegen die aufgezwungene Moral. Nun ist es dadurch möglich, eine ungleiche Heirat zu schließen, nicht traditionelle Familien zu gründen, ein freies Sexualleben zu haben. Die Frauen können die Geburt des Kindes planen, über Sex in der Öffentlichkeit sprechen, ein außereheliches Kind bekommen, Karriere machen, eine Abtreibung vornehmen, als Single leben, sich scheiden lassen. Sex ist keine Sünde mehr.

Aber die sexuelle Revolution der 60er hat nicht nur ihre Vorteile, wie oben genannt wurde. Eine unseriöse Einstellung zum Sex führte zur Verbreitung der Geschlechtskrankheiten und einer Reihe psychologischer Probleme. Das Model der Familie blieb erhalten, sie geriet aber ins Schwanken. Mit der Stärkung der Feminismusposition verlernten die Männer die Frauen zärtlich und liebenswürdig zu behandeln.

Zweifellos haben die 1960er Jahre einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Gesellschaft gemacht. Mit der Erfindung von Viagra erlebte die Gesellschaft die zweite sexuelle Revolution.

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