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Was ist ein Hirnorgasmus?

Braingasm
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Lesedauer: 7 Min.

Im Netz wird es über das Phänomen ASMR aktiv diskutiert. Es handelt sich darum, dass man im Gehirn Euphorie erleben kann, die sich aus der Sicht der Wissenschaft nicht erklären lässt.

Autonomous Sensory Meridian Response (ASMR) ist auch als Gehirnorgasmus oder Orgasmus fürs Gehirn bekannt. Das ist ein merkwürdiges angenehmes Gefühl, das durch bestimmte Geräusche oder andere Stimulationen ausgelöst wird.

Die Beschreibung dieses Phänomens umfasst leichtes Prickeln im Kopf, das auf den Hals und Extremitäten übergeht. Es geht aber nicht um einen Orgasmus beim Geschlechtsverkehr, sondern um eine große Euphorie, die uns das Gefühl der Geborgenheit und Entspannung vermittelt.

Somit kann ASMR als eine subjektive neurologische Erfahrung beschrieben werden, dabei erlebt man den so genannten Hirnorgasmus, leichtes Prickeln und andere angenehme Empfindungen im ganzen Körper. ASMR kann durch das Schauen von Videos und Hören von auf den ersten Blick langweiligen Kursen ausgelöst werden, in denen der Vorleser leise und monoton spricht. Viele Menschen sehen sich mit Absicht langweilige Videos an, um diese Empfindung wiederum zu genießen.

Wie einen Hirnorgasmus erleben?

Man erreicht einen Hirnorgasmus auf verschiedene Weisen. Daher fällt es schwer, dieses Phänomen jenen Personen zu erklären, die es noch nie erlebt haben.

Folgende Faktoren können einen Hirnorgasmus/ ASMR auslösen:

  • Geflüster
  • Eine sanfte beruhigende Stimme
  • Eine rhythmische monotone Rede
  • Mundgeräusche wie zum Beispiel Geschmatze
  • Geklopfe
  • Geknister
  • weißes Rauschen

Viele Menschen erstellen ASMR-Videos bei Youtube, die den anderen bei der Entspannung helfen. Es gibt mehr als 1 Mio. ASMR-Videos bei Youtube. Einige Videos wurden mehr als 5 Millionen mal angeschaut.

Zum ersten Mal wurde der Begriff ASMR von Jenn Allen in den USA verwendet, die zudem das Forschungsinstitut für ASMR gründete. Diese nicht offizielle Organisation beschäftigt sich mit der Analyse von Hirnorgasmus. Momentan können Wissenschaftler noch keine Antwort geben, wie und warum ein Hirnorgasmus entsteht. Es wird angenommen, dass solche Hormone wie Dopamin und Serotonin dabei eine entscheidende Rolle spielen.

Klinische Psychologen sind der Meinung, dass die meisten Menschen, die imstande sind, einen Hirnorgasmus zu erreichen, zu den so genannten auditiven Personen gehören, die Informationen beim Hören am besten wahrnehmen. Dazu fähig sind auch Personen, für die Berührungen, Geruche und Geschmack wichtig sind. Personen, die Informationen beim Sehen am besten wahrnehmen, können kaum einen Hirnorgasmus erreichen.

Empfindungen durch verschiedene Stimulationen variieren von einer angenehmen Entspannung und Schläfrigkeit bis zu Glücksempfindungen und Zufriedenheit, die sich im Körper wellenweise verbreiten.

Ein Hirnorgasmus kann genauso stark sein wie ein Orgasmus beim Geschlechtsverkehr, allerdings wird er durch nicht sexuelle Handlungen ausgelöst. Ein Hirnorgasmus ist somit keine erotische Erfahrung im strikten Sinne des Wortes.

Wie wirkt ein normaler Orgasmus auf das Gehirn?

Ein Hirnorgasmus ist ein weiterer Beweis dafür, dass das erlebte Vergnügen zum größten Teil vom Gehirn kontrolliert und produziert wird. Das gilt auch für einen normalen Orgasmus. Wenn ein normaler Orgasmus nur von der Stimulation der Geschlechtsorgane abhinge, so könnten so gut wie alle Frauen einen Orgasmus beim Geschlechtsverkehr erreichen. Allerdings ist es bekannt, dass es nicht so ist. Am weiblichen Orgasmus sind nicht nur Geschlechtsorgane beteiligt, sondern auch das Gehirn, und zwar Emotionen beim Sex. Daher wäre es besondern interessant, Hirnaktivitäten der Frau beim Sex und Orgasmus zu erforschen.

Es steht fest, dass die Wissenschaft von heute so gut wie nichts von Vergnügen und Befriedigung versteht. Es ist wichtig zu verstehen, wie das Gehirn es produziert. Das könnte in der Zukunft bei der Behandlung von Depressionen, Angstzuständen, Rauschgiftsucht und Schmerzen helfen.

Beim Orgasmus wird dem Gehirn sehr viel Blut zugeführt. Somit wird das Gehirn mit allen wichtigen Nahrungsstoffen und Sauerstoff versorgt.

Geistige Aktivitäten fördern die Funktionen des Gehirns, aber nur an einigen Stellen, während ein Orgasmus das ganze Gehirn fördert.

Wissenschaftler fanden heraus, dass ein intensiver Orgasmus Schmerzen lindert.

Vergnügen steckt im Gehirn

Vielleicht haben Sie davon gehört, dass es in unserem Gehirn bestimmte Teile für Vergnügen gibt, die davon signalisieren, dass wir etwas Angenehmes erleben. Solche Situationen will man wiederum erleben. Das Gehirn steuert Emotionen, die Freisetzung von Dopamin, Muskelfunktionen, pruduziert Endorphine, die Schmerzen lindern, und Oxytocin, das das Vertrauen erzeugt, sowie Vasopressin (das sog. Kuschelhormon).

Obwohl das Belohnungszentrum seit langem erforscht wird, gibt es bis jetzt nur wenige Daten über sexuelle Befriedigung insbesondere der Frauen. Ende 90er hat eine Gruppe der Wissenschaftler an der Uni Groningen in den Niederlanden Untersuchungen an Männern und Frauen während der sexuellen Stimulation durchgeführt. Dabei wurde die Aktivität des Gehirns besonders genau beobachtet. Die Gehirnteile der Probanden wurden während der sexuellen Aktivitäten gescannt. Das Gehirn der Probanden wurde auch im Ruhezustand, beim Geschlechtsverkehr und Orgasmus beobachtet.

Wenn es zum Sex kommt, so gibt es nicht so viele Unterschiede zwischen dem Gehirn des Mannes und der Frau. Sowohl bei Mann als auch bei Frau wird der Gehirnteil neben dem linken Auge während des Orgasmus ausgeschaltet. Dieser Gehirnteil ist für den Verstand und das Verhalten verantwortlich. Wenn man aber einen Orgasmus erlebt, schaltet sich dieser Teil für eine kurze Zeit aus. Wissenschaftler weisen darauf hin, dass das Gehirn eines Menschen beim Orgasmus genauso aussieht wie das Gehirn eines Menschen, der Heroin missbraucht.

Orgasmus bei Mann und Frau beim Geschlechtsverkehr

Es gibt gewisse Unterschiede zwischen dem männlichen und weiblichen Gehirn. Im Gehirn einer Frau beim Sex aktiviert sich das periaquäduktale Grau. Diese Substanz steuert die Andrenalinreaktion. Der Hippocampus und das Kleinhirn einer Frau zeigen auch eine Herabsetzung der Aktivität. Diese Bestandteile des Gehirns sind für Angst und Unruhe verantwortlich. Das zeugt davon, dass es für eine Frau wichtig ist, sich geschützt und entspannt zu fühlen, um Sex genießen zu können. Zudem wurde es festgestellt, dass der Gehirnteil, der für Schmerzempfinden verantwortlich ist, beim Sex aktiv war. Es zeugt seinerseits davon, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen Schmerzen und Vergnügen gibt.

Nicht-genitaler Orgasmus

Haben Sie gewusst, dass es möglich ist, einen Orgasmus zu erreichen, ohne Geschlechtsteile stimulieren zu müssen? Einige Menschen sind imstande, zum Beispiel durch die Stimulation der Brustwarzen einen Orgasmus zu erleben. Forscher nehmen an, dass Empfindungen in den Brustwarzen in dieselben Gehirnteile übertragen werden wie bei der Stimulation der Geschlechtsorgane. Die Ursache dafür liegt wahrscheinlich an einer nicht üblichen Lage des kortikalen Homunkulus, das kann als eine Karte betratchtet werden, die die Anordnung von verschiedenen Gehirnteilen und Körperteilen repräsentiert.

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Schon gewusst?

Einer gesunden Frau fällt es leicht, einen Orgasmus zu erreichen. Wichtig ist, eigene Empfindungen wahrzunehmen und sich darauf zu konzentrieren.

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